28.08.2008
Obwohl sie ursprünglich vor über vier Jahrzehnten von RHP erfunden wurden, sind Gehäuselager erst in der heutigen Zeit der hart umkämpften globalen Märkte der verarbeitenden Industrien richtig "erwachsen" geworden. Der unerbittliche Druck, Produktionszeiten und Kosten zu reduzieren, hat in allen Fertigungsbranchen zu einer verstärkten Einbindung von Einbauteilen geführt. In der Automobilindustrie zum Beispiel lastet heutzutage ein großer Druck auf den Zulieferfirmen, vormontierte Baugruppen wie Naben anzubieten, die einfach am Transmissionssystem des Fahrzeugs befestigt werden können – das natürlich ebenfalls vormontiert ist.
Weniger komplexe Wälzlager und geringere Montagekosten
Gehäuselager bieten für die allgemeine Fertigungsindustrie, die Lebensmittelverarbeitung, Materialbearbeitung und für landwirtschaftliche Anwendungen dieselben integrierten Vorteile. Durch die Lieferung von Einheiten, die fertig montiert an ihrem Platz eingebaut werden können, sind Planer und Konstrukteure in der Lage, einfach und kostengünstig spezifische Lagerprobleme zu lösen, wie z. B. die Komplexität der Komponenten, Montage und auch Wartung und Lebensdauer von Wälzlagern in anspruchsvollen Umgebungen.
Ein einfacher Vergleich illustriert die Vorliebe für "einbaufertige" Produkte. Eine typische Einbaugruppe eines Standard-Kugellagers besteht aus mehreren einzelnen Komponenten, einige davon müssen präzise bearbeitet werden. Zu diesen Komponenten gehören unter anderem ein Gehäuse, ein Deckel, eine Stufenwelle mit Gewinde, ein Sicherungsring sowie eine Sicherungsmutter. Kaum überraschend, dass die Installation einer solchen Baugruppe sowohl teuer wie auch zeitaufwändig ist. Im Gegensatz hierzu verwendet eine Self-Lube®-Einheit aus dem RHP-Angebot von NSK zwar dasselbe Basiswälzlager, enthält aber bereits alle anderen Elemente, die zur Montage des Wälzlagers benötigt werden, Dichtungen und eine Nachschmierung. In der Praxis reduziert das Gehäuselager also die Anzahl teurer Einzelkomponenten, vereinfacht die Montage und verringert auch die Lagerhaltungskosten. Doch das ist noch nicht alles.
Self-Lube®-Einheiten bieten auch effiziente technische Lösungen für andere Wälzlagerprobleme wie z. B. eine ökonomische Montage, Wartung und Betriebslebensdauer in anspruchsvollen Umgebungen.
Vollständig integriertes Produktangebot
Self-Lube®-Lager werden in Übereinstimmung mit den ISO-Normen gefertigt und sind in verschiedenen Materialien und Konfigurationen erhältlich. Gusseiserne Stehlager- und Flanschlagerausführungen werden bei Anwendungen mit normaler und mittlerer Beanspruchung verwendet, während verzinkte Stahlblecheinheiten für Prozesse mit geringerer Belastung erhältlich sind. Da viele Self-Lube®-Einheiten für den Einsatz in rauen Umgebungen in Anspruch genommen werden, hat NSK die Reihe Silver-Lube® eingeführt, eine Reihe korrosionsbeständiger Wälzlager und Gehäuse. Silver-Lube®-Einheiten sind eine hervorragende Lösung für Anwendungen, in denen häufige Spülvorgänge vorkommen oder optimale Hygienestandards erforderlich sind und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemische Substanzen wichtig ist.
Im Wesentlichen bestehen Self-Lube®-Gehäuselager aus einem Einsatz, normalerweise auf einem 6200 Rillenkugellager basierend, mit gusseisernem (Stehlager-, Flansch- oder Spannlagereinheit) oder Stahlblechgehäuse. Der Lagereinsatz nimmt Radial- und Axialkräfte auf dieselbe Weise wie ein Standard-Kugellager auf. Er besteht aus einen breiten Innenring mit integrierter Vorrichtung für die Wellenmontage und einem zur kugelförmigen Bohrung im Gehäuse passenden balligen Außenring, der anfängliche Fluchtungsfehler bis zu +/- 1,07° ausgleichen kann.
Es sind mehrere Einsatztypen für leichte und schwere Anwendungen oder zum Einsatz unter Bedingungen mit hohen und tiefen Temperaturen erhältlich. Die Einsätze für schwere Anwendungen sind in Anlagen wie z. B. Pumpen und Lüftern stark verbreitet. Durch die Bauweise mit breitem Innenring ermöglichen sie mehrere Befestigungsmethoden. Die einfachste Methode der Befestigung mit Gewindestiften ist für die meisten Anwendungen geeignet, außer für solche mit starken Schwingungen. Für Anwendungen, in denen Schwingungen auftreten, ist ein Exzenterspannring erhältlich. Alternativ werden in Anwendungen, für die eine konzentrische Befestigung erforderlich ist oder in der starke Vibrationen oder Stoßbelastung auftreten, Spannhülsenbefestigung bevorzugt. Mit all diesen Befestigungsanordnungen können gezogene Wellen verwendet werden – ein Festsitz ist nicht nötig.
Einsätze für den Betrieb unter hohen und niedrigen Temperaturen
Bei Anwendungen, in denen Self-Lube®-Lager unter hohen oder niedrigen Temperaturbedingungen verwendet werden, werden HLT-Einsätze empfohlen. Diese Einheiten bieten bei hohen Temperaturen bis 180 °C und bei niedrigen Temperaturen bis -40 °C Einsparmöglichkeiten bei den Kosten für Wartung, Ausfallzeiten und Austausch.
HLT-Einsätze mit C5 Radiallagerluft sowie hochtemperaturbeständigem Fett und Dichtung für maximale Lebensdauer sogar bei +180 °C sind speziell für Anwendungen bei hohen Temperaturen geeignet.
Effiziente Dichtungssysteme
Da Self-Lube®-Lager häufig unter schmutzigen und feuchten Betriebsbedingungen verwendet werden (Materialbearbeitung, Landwirtschaft, Textilindustrie), sind sie mit einer Auswahl an effizienten Dichtungssystemen erhältlich. Die Standard-Dichtung der S-Reihe besteht aus robustem Stahlblech mit einer Dichtlippe aus Nitril, die dafür sorgt, dass der Schmierstoff im Wälzlager und Verunreinigungen draußen bleiben.
Für rauere Anwendungen wurde eine Labyrinthdichtung entwickelt. Diese bietet einen höheren Schutz im Vergleich zur einfachen Lippendichtung und verlängert die Lagerlebensdauer in rauen Bedingungen ohne Einbußen bei der Drehzahl. Schließlich gibt es noch die dreifache Lippendichtung, die von allen den höchsten Schutz bietet. Eine hocheffiziente Dichtung mit drei Dichtlippen aus Nitril, die für Anwendungen in stark verschmutzten Umgebungen empfohlen wird.
Alle Self-Lube®-Einheiten sind auch mit der patentierten, aus Weichstahl hergestellte Protector-Schutzkappe erhältlich. Der Protector ist leicht anzubringen, kann aber ohne Schäden entfernt und wiederverwendet werden und dient zum Schutz der Anwender vor den sich drehenden Wellenenden.