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Unternehmen - 2015-03-10

Michael Preinerstorfer, Managing Director of the EIBU

Interview mit Michael Preinerstorfer, NSK Europa - 'Total Quality No. 1 bleibt unser Anspruch'

Im Interview schildert der neue Geschäftsführer der European Industrial Business Unit, Herr Michael Preinerstorfer, wie er mit seinem Team die gute Position des Unternehmens noch weiter ausbauen will. Sein Ziel: Den Anwendern aus dem Maschinen- und Anlagenbau den höchsten Mehrwert mit 100%  Eigenentwicklungen und einem sehr weit gehenden Service zu bieten.

Herr Preinerstorfer, Sie sind im August 2014 zu NSK gewechselt. Was hat Sie zu diesem Wechsel bewogen?
Michael Preinerstorfer: In meiner früheren Position war ich vorwiegend im Bereich Handel tätig. Dort hat mir der Zugang zu industriellen Topkunden gefehlt, den ich nun bei NSK in vielen unterschiedlichen Branchen bekomme. Natürlich hat mich die starke Position von NSK als Nummer drei im globalen Markt gereizt, aber auch das enorme Wachstumspotenzial der Marke NSK, die guten Kundenkontakte und das professionelle Team, das mir zu Seite steht.

Was sind Ihre Ziele?
Ich setze darauf, dass Kunden uns als den Lieferanten ansehen, der ihnen den höchsten Mehrwert bietet. Der Einsatz von NSK Produkten soll unseren Kunden  ermöglichen, mehr Maschinen und Anlagen als  ihre Wettbewerber zu verkaufen. Dazu habe ich mit meinem Team Nischen identifiziert in denen wir Technologie- und Marktführer in Europa werden möchten. So gehe ich beispielsweise davon aus, dass  Hersteller vor der Entwicklung einer neuen Werkzeugmaschine in Zukunft zuerst zu uns als Technologieführer kommen. Außerdem wünsche ich mir, dass NSK-Mitarbeiter in fünf Jahren die anerkanntesten Fachkräfte unserer Branche sind.

Wo produziert NSK seine Produkte?
Wir besitzen eine sehr breite Kundenbasis und arbeiten auch mit dem Handel direkt zusammen, bei dem EIBU sehr starke Wachstumschancen aufweist. Rund die Hälfte unserer Produkte kommt aus Übersee. Um die damit verbundenen langen Lieferzeiten zu verbessern, beschleunigte NSK vor rund drei Jahren  die Lokalisierung der Produktion und die  Verbesserung von Distribution und Logistik. Zusätzlich haben wir den Lagerbestand für Distributoren in den letzten sechs Monaten um 20% erhöht und somit unsere Verfügbarkeit entscheidend verbessert.

Sie machen also aus einer vermeintlichen Schwäche - der Produktion in Übersee – eine Stärke: Sie spielen die Logistik-Karte aus?
Genau, denn aus Kundensicht sind wir bei der technischen Kompetenz und  Betreuung im Vergleich zum Wettbewerb bereits heute die Nummer eins.  In der Vergangenheit gab es leider Schwierigkeiten mit langen Lieferzeiten. Mit optimierten  Logistikprozessen können wir auch die anderen Trumpfkarten besser ausspielen. So haben wir im Handelsbereich in den letzten Monaten um rund 20 Prozent zugelegt.

Welche Bereiche gehen Sie nun vorrangig an?
Großes Potenzial sehe ich definitiv im Handel im Industriebereich. Neu hinzu kommt das Handelsgeschäft für die Automobilindustrie. Selbstverständlich wird auch die bereits zuvor angesprochene Fokusierung auf Nischen eine Priorität sein.
Natürlich liegt  unser Fokus auch auf einer Top-Lieferperformance und Produktentwicklungen zusammen mit dem Kunden für die Maschinen von morgen.

Das Produktprogramm reicht von Pendelrollenlagern, Hochgenauigkeitslagern, Kugelgewindetrieben bis hin zu Linearführungen: Reicht Ihnen das?
Nein, NSK wird sein Produktportfolio auch mit Zubehör erweitern. Doch das geschieht nicht überhastet, denn das Zubehör muss unseren extrem hohen Qualitätsansprüchen genügen. Dazu zählt auch ein erweitertes Programm für den Aftermarket, damit der Kunde mehr aus einer Hand erhält. So werden wir beispielsweise in naher Zukunft  Werkzeuge zum Aufbringen und Abziehen von Lagern oder Lasermesstechnik zum exakten Ausrichten von Wellen  anbieten.  Außerdem wollen wir unseren Kunden künftig Condition Monitoring anbieten, um Kunden aktiv bei Problemstellungen zu unterstützen.
Im Bereich Linear- und Präzisionstechnik besitzen wir bereits eine Alleinstellungsposition, deren Potenzial  wir noch weiter ausschöpfen werden. Wir bieten als einziger Hersteller weltweit gleichzeitig Kugelgewindetriebe, Linearführungen und Spindellager für Werkzeugmaschinen an.

Und was ist beim Service das besondere Alleinstellungsmerkmal?
Als besondere Serviceleistung  bieten wir das „Added Value Programme“, kurz AIP, das unsere Kunden bei der richtigen Auswahl und dem Einsatz von Wälzlagern und Linearprodukten  unterstützt.  Durch AIP haben unsere Kunden bereits Kosten von 50.000 bis zu über einer Million Euro pro Jahr eingespart und NSK so einen deutlichen Mehrwert für unsere Kunden erzielen können.  Diese individuellen Lösungsmaßnahmen halten wir schriftlich fest und nutzen die Ergebnisse im gesamten NSK Verbund. 
Damit schließt sich für mich der Kreis: Von der direkten Betreuung des OEM-Kunden, der dank unserer Produkte bessere Maschinen baut, über die  Ersatzteilversorgung durch  den Aftermarket, bis hin zur AIP-Beratung.

Stichwort Synergieeffekte: Wie ist die Vernetzung von NSK weltweit?
Es gibt einen weltweiten F&E-Verbund mit China, Japan, Singapur und den USA. In der japanischen Zentrale beschäftigen sich mehrere tausend  Ingenieure  mit allen Aspekten rund um Wälzlager und Linearprodukte, aber auch mit den NSK Kerntechnologien (Tribologie, Werkstofftechnik, Analysetechnologie und Mechatronik). Natürlich werden die Kenntnisse und die Erfahrung innerhalb des weltweiten NSK Netzwerks geteilt, um einen einheitlichen Wissensstand sicherzustellen und ganzheitliche Lösungen bieten zu können.

Gibt es einen Fertigungsverbund?
Natürlich, wir haben einen Fertigungsverbund in Europa und unser polnisches Werk in Kielce dient als Vorlieferant für die anderen Werke.
Aber grundsätzlich wird wegen der Versorgungssicherheit bei NSK weltweit jedes Produkt mindestens in zwei Werken hergestellt.

Im Jahr 2016 begeht NSK das 100jährige Firmenjubiläum: Was bedeutet das für Sie und welche Ziele visieren Sie zu diesem besonderen Termin an?
Einen Umsatz von einer Trillion Yen, also rund sieben Milliarden Euro, hat unser NSK-Präsident Norio Otsuka als Ziel für 2016 vorgegeben. Genauso wichtig ist für NSK außerdem, dass wir  innerhalb von zwei Jahren unsere internationale Präsenz noch weiter ausbauen. Ich möchte mit EIBU einen starken Beitrag dazu leisten. Als wichtiges Ziel für 2016 sehe ich das weitere Verbessern der technischen Kompetenz der Mitarbeiter und eine starke Ausweitung regelmäßiger Schulungen für unsere Kunden. Ein positives Beispiel ist das Land Brasilien, in dem NSK pro Jahr 100.000 Menschen schult. Für Europa sehe ich da noch ein enormes Potenzial.  Wenn die Kunden und Endanwender die Vorteile unserer Produkte aus Schulungen hautnah erfahren, steigen natürlich die Chancen, dass sie sich auch für diese entscheiden.

Wie sieht es mit Wachstum per Zukauf aus?
Bisher ist NSK mit Akquisitionen in Europa weiter gewachsen. Wir suchen weiterhin nach geeigneten Unternehmen, um die Lokalisierung der Produktion zu beschleunigen.

Ein Wort zum Schluss?
Seit nun bald 100 Jahren hat NSK den Anspruch  „Total Quality N° 1“ zu bieten.
Ich bin davon überzeugt, dass wir durch unser Team, unser Wissen und unsere maßgeschneiderten Produkte diesen Anspruch für unsere Kunden weiter erfüllen werden. Ich freue mich, einen Teil dazu beizutragen. 

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