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Wälzlager - 2017-11-06

NSK Agri Disc Hubs und Large Hubs

Wenn in den Arbeitswerkzeugen einer Landmaschine ein Standard-Wälzlager zum Einsatz kommt, sind die Aussichten auf eine lange Lebensdauer eher gering. Premium-Hersteller der Agrartechnik setzen daher verstärkt auf kunden- und anwendungsspezifische Wälzlager von NSK – und das weltweit.

Dass die Landmaschinentechnik eine der Kernzielbranchen von NSK ist, hat seinen Grund in der 1990 erfolgten Akquisition der europäischen UPI-Gruppe, zu der auch die Marken RHP (Großbritannien) und Neuweg (Deutschland) gehörten. Damit erreichte das in Japan ansässige Unternehmen – das weltweit zu den größten drei Wälzlagerherstellern gehört – nicht nur einen stärkeren „footprint“ in Europa. NSK konnte auch das Produktionswerk Neuweg in Munderkinden in seinen Fertigungsverbund eingliedern. Dieses Werk war in den 1950er Jahren von einem Landmaschinenhersteller gegründet worden. Folgerichtig wurden dort in hohem Maße Wälzlager für Anwendungen in der Agritechnik entwickelt und gebaut – auch und gerade kundenspezifische Sonderlösungen und kleinere Stückzahlen.

Diese Tradition besteht bis heute. Im Werk Munderkingen entstehen diverse Baureihen, die dezidiert für Anwendungen in Landmaschinen entwickelt wurden – zumeist in enger Abstimmung mit den Maschinenherstellern. Häufig werden dabei kundenspezifische Agri Disc Hubs eingesetzt. Das sind doppelreihige Schrägkugellager mit geteiltem Innenring, die hohe Axial- und Kippkräfte aufnehmen können. Diese Lagereinheiten sind ist in einer montagefertigen Gehäuseeinheit untergebracht und besonders sorgfältig abgedichtet.

Die Agri Disk Hubs sind mit einem speziellen Hochleistungsfett mit hohem Druckaufnahmevermögen befüllt, das für die gesamte Lebensdauer des Lagers ausgelegt ist. Damit kann man auf die sonst übliche Nachschmiermöglichkeit verzichten. Das spart Zeit und Fett und schont zugleich die Umwelt, denn es wird sichergestellt, dass kein Fett aus der Lagereinheit austreten kann.

Extrem beansprucht: Wälzlager in Gülleanwendungen
In der Landmaschinentechnik sind Wälzlager fast durchgängig Feuchtigkeit, abrasiven Partikeln, korrosiven Substanzen wie Düngemitteln und hohen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Besonders extrem sind aber die Anforderungen an Maschinen, die Gülle und damit ein sehr korrosives Medium ausbringen und einarbeiten.

Die Eidam Landtechnik GmbH in Lößnitz/ Erzgebirge hat sich unter anderem auf diesen anspruchsvollen Bereich der Agritechnik konzentriert. Das Unternehmen entwickelt innovative gezogene Maschinen für das Ausbringen und Einarbeiten von Gülle und Gärresten auf dem Feld.

Bei einer aktuellen Maschinenentwicklung – der Gülle-Kurzscheibenegge „Innomadie“ – wurde sehr großer Wert auf Langlebigkeit gelegt. Hier kommen kundenspezifische Agri Disc Hubs von NSK zum Einsatz. Alle Lagerstellen sind stark überdimensioniert und mit austauschbaren Verschleißbuchsen versehen. Die Koppelpunkte sind geschraubt, um einen einfachen Austausch zu ermöglichen.

Zu den besonderen Konstruktionsmerkmalen dieser Scheibenegge gehören die einzeln aufgehängten Scheiben mit einem optimal konstruktiv geschützten Gülleauslauf direkt an der Scheibe sowie die ausgeklügelte Schlauchverlegung an einem elastischen Seilsystem. Sie stellt sicher, dass die Schmutzablagerungen so gering wie möglich sind.

Als vorteilhaft erweist sich auch hier die hoch wirksame Mehrfachdichtung der Agri Disk Hubs. An der Maschinenarmseite sind die Lager mit zwei hintereinander angeordneten Kassettendichtungen mit insgesamt acht Dichtlippen ausgestattet, die Scheibenseite wird durch eine weitere Kassettendichung abgedichtet. Auf der Agritechnica wird NSK als Anwendungsbeispiel eine „Innomadie“-Kurzscheibenegge zeigen.

Vom Agri Disk Hub zum „Big Hub“
Als Weiterentwicklung der Agri Disc Hubs hat NSK die „Big Hubs“ entwickelt. Sie sind nach dem gleichen Prinzip konstruiert, haben aber größere Abmessungen und sind für entsprechend größere Scheiben und höhere Leistungen geeignet. Zu den Anwendern dieser Lagereinheiten gehört der US-amerikanische Landmaschinenhersteller Kuhn Krause. Seine neuen „Interceptor“-Kurzscheibeneggen, die das Unternehmen kürzlich auf der „Farm Progress Show“ in Decatur, Illinois/ USA vorgestellt hat, wurden für die Bearbeitung von schwierigen Böden entwickelt.

Nach Angaben von Kuhn Krause erreichen die Big Hubs bisher das Doppelte der geforderten Lebensdauer, wobei der Test zurzeit noch fortgeführt wird und ein endgültiges Ergebnis noch gar nicht vorliegt. Neben der hoch wirksamen Abdichtung mit einer Fünffach- und einer Dreifach-Kassettendichtung hebt das Unternehmen das sehr robuste Gehäuse hervor, das die Lager selbst vor sehr massivem Steinschlag schützt.

Randstreifenmäher als weitere Extrem-Anwendung
Auch die Gerhard Dücker GmbH & Co. KG setzt bei den Schlegelwellen ihren Randstreifen- bzw. Schlegelmähern die Big Hubs aus dem Agritechnik-Programm von NSK ein. Sie wurden ebenfalls individuell an diese besondere Anwendung angepasst. Im Unterschied zu den Bodenbearbeitungsgeräten laufen die Lager der Schlegelwelle mit etwa zehnmal höheren Drehzahlen von rund 2.400 min-1. Das stellt nochmals höhere Anforderungen an die Dichtungen, die auch deshalb hoch beansprucht werden, weil diese Art von Maschinen häufig an Gräben, Bachläufen etc. eingesetzt wird. Somit besteht immer die Gefahr, dass Wasser in die Lager läuft, was zu deren schnellem Ausfall führen würde. Das Dichtungssystem der Agri Disc Hubs und Big Hubs bietet auch unter dieser hohen Beanspruchung eine optimale Lösung.

Am NSK-Stand auf der Agritechnica wird das Modell eines Dücker- Schlegelmähers gezeigt, das neben der „Big Hub“ in der Schlegelwelle auch mit einem weiteren kundenspezifischen (und kleineren) Lager in der Tastwalze ausgestattet ist.

Weltweit gefragt – auch von den Endanwendern
Historisch bedingt hat NSK in der westeuropäischen Landtechnik die stärkste Marktposition. Zunehmend aber entscheiden sich auch Landmaschinenhersteller aus den USA, aus Australien und aus Osteuropa für kundenspezifische Lagereinheiten von NSK, zu denen neben den Agri Disc Hubs auch weitere Sonderlager wie z.B. Vierpunktlager, Spannlager, Flanschlager und Laufrollen gehören.

Außerdem drängen immer mehr Endanwender – insbesondere Lohnunternehmer – die Hersteller dazu, Agri Disc Hubs von NSK einzusetzen, weil diese Lager die Stillstandszeiten der Maschinen während der wichtigen (und kurzen) Ernte- bzw. Bearbeitungszeiträume minimieren. Immerhin sind z.B. in einer einzigen Kurzscheibenegge bis zu 98 Scheibenlagerungen verbaut, die einwandfrei arbeiten sollen, wenn die Scheibenegge im Einsatz ist. Auch deshalb weisen renommierte Hersteller wie eben Eidam und Kuhn Krause in ihren Unterlagen ausdrücklich darauf hin, dass sie Lagereinheiten von NSK verwenden.


  Einbausituation der Big Hubs in den Interceptor-Kurzscheibeneggen (Kuhn Krause)

 

NSK auf der Agritechnica: Halle 15, Stand E 44

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